Zucker in Lebensmittel – was steckt hinter dem Zuckerstreit?

Zucker in Lebensmittel – was steckt hinter dem Zuckerstreit?

Die Deutschen essen viel zu viel Süßes!  Diese Warnung wiederholen Experten seit Jahren. Ihre Sorge: Hoher Zuckerkonsum begünstigt Übergewicht – ein Hauptrisikofaktor für Diabetes Typ 2.

Viele Menschen wissen aber gar nicht, dass neben Süßigkeiten auch viele herzhafte Fertiggerichte Zuckerbomben sind. Wissenschaftler fordern deshalb, dass die Lebensmittelhersteller verpflichtet werden, den Zucker in ihren Produkten zu reduzieren. Zudem sollte die Politik eine „Zuckersteuer“ beschließen, die Ungesundes teurer und im Gegenzug Gesundes günstiger macht. Viele Hersteller lehnen diese Pläne jedoch ab.

Wie viel Zucker am Tag ist erlaubt?

Zucker in Lebensmittel
Etwa sieben Zuckerwürfel befinden sich in einer Cola- beinahe die Hälfte der empfohlenen Tagesmenge an Zucker!

Nun kam es zum offenen Streit: Die „Deutsche Diabetes Gesellschaft“ (DDG), eine der größten medizinischen Fachgesellschaften, verließ den Beraterkreis, den Ernährungsministerin Julia Klöckner einberufen hatte. DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer sagt: „Jeder zweite Deutsche ist bereits übergewichtig. Angesichts dieser beängstigenden Situation sind die geplanten Maßnahmen reine Augenwischerei.“ Experten halten eine Menge von mehr als 16 Zuckerwürfeln täglich für schädlich – etwa sechs stecken schon in einer Fertigpizza, sogar sieben in einer Cola. Barbara Bitzer sagt: „Ein Würfel pro Glas weniger, wie es die Hersteller bis 2025 planen, wird an der Situation nichts ändern.“

Einige Diabetiker nutzen statt Zucker Süßstoff – doch am sinnvollsten ist laut Experten, den Zuckerkonsum bestmöglich zu reduzieren.