Wenig bekannte Diabetesfolgen

Wenig bekannte Diabetesfolgen

Nervenleiden, Durchblutungsstörungen, Herz-Kreislauf-Krankheiten – das sind Folgeerkrankungen eines Diabetes mellitus, die die meisten Betroffenen kennen. Es gibt aber auch wenig bekannte Diabetesfolgen, die Patienten jedoch nicht weniger zu schaffen machen. Die wichtigsten:

Diabetische Magenlähmung

Bei der sogenannten Gastroparese gerät die Steuerung der Kontraktionen der Magenmuskulatur aus dem Takt. Das liegt vermutlich daran, dass die Magennerven durch den Diabetes geschädigt sind. Der Magen kann sich dann nicht mehr richtig entleeren, Betroffene können nur kleine Portionen essen und fühlen sich schnell satt.

Krebs

Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass bei Menschen mit Zuckerkrankheit überdurchschnittlich oft bestimmte Krebsarten (Leber, Darm, Bauchspeicheldrüse) festzustellen sind. Warum das so ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Möglicherweise begünstigt die Kombination aus hohen Blutzuckerwerten, vermehrter Insulinausschüttung und gegebenenfalls Übergewicht das Wachstum von Krebszellen.

Gelenkprobleme

Diabetes-Patienten scheinen eher Rheuma, Arthrose und andere Gelenkbeschwerden wie „Frozen Shoulder“, eine Verhärtung des Schultergelenks, zu bekommen als Menschen, die nicht an dieser Krankheit leiden. Grund könnte das oft mit Diabetes Typ 2 einhergehende Übergewicht sein, aber auch, dass sich Zucker im Bindegewebe einlagert und es verändert.

Wenig bekannte Diabetesfolgen
Diabetes Patienten leiden eher an der sogenannten „Frozen Shoulder“ – einer Verhärtung des Schultergelenks

Osteoporose

Studien zeigen, dass Frauen mit Typ-1-Diabetes ein erhöhtes Risiko für Schenkelhalsbrüche aufgrund von Osteoporose haben. Bei dieser Erkrankung werden die Knochen porös. Es wird vermutet, dass diese geringere Knochendichte darauf zurückzuführen ist, dass Typ-1-Diabetiker kein Insulin produzieren. Dieses Hormon regt unter anderem auch die Knochenbildung an.

Psychische Auswirkungen

Diabetes (Typ 2) kann Betroffenen aufs Gemüt schlagen (Einfluss auf die Psyche). Zum einen, weil Patienten teils ihr komplettes Leben umstellen, anders essen und sich mehr bewegen müssen. Das kann unter Druck setzen. Zum anderen haben viele Angst vor den bekannten und weniger bekannten Diabetesfolgen. Studien zufolge leiden Menschen mit Diabetes überdurchschnittlich häufig an Depressionen.

Schlafapnoe

Die nächtlichen Atemaussetzer, die Betroffene zwar nicht bemerken, sich aber am nächsten Morgen wie erschlagen fühlen, kommen besonders bei Typ-2-Diabetikern oft vor. Warum? Schlafapnoe geht meist mit Übergewicht einher – genau wie Diabetes Typ 2.

Schilddrüsenprobleme

Wenn Diabetiker müde und antriebslos sind, zunehmen oder trockene Haut haben, könnte etwas mit der Schilddrüse nicht stimmen. Probleme mit der Schilddrüse kann es geben, wenn der Stoffwechsel schlecht eingestellt ist oder entgleist.

Sexuelle Probleme

Ist der Blutzucker dauerhaft erhöht, kann dies die Durchblutung der Geschlechtsorgane und die Funktion der Nerven, die dort verlaufen, beeinträchtigen. Die Folge: Erektionsprobleme bei Männern, trocken Scheide bei Frauen (Sexuelle Störung durch Diabetes). Auch Infektionen im Genitalbereich (z. B. Scheidenpilz) oder in den Harnwegen kommen vor, ebenso wie Blasenschwäche.

Zahnerkrankungen

Bei Diabetikern entstehen oft früh Zahnbetterkrankungen (parodontale Erkrankungen) als wenig bekannte Folge von Diabetes. Genauer: sie treten zwei- bis viermal so häufig auf wie bei Menschen ohne Zuckerkrankheit – wohl auch deshalb, weil ein erhöhter Blutzuckerspiegel die entzündlichen Vorgänge im Körper verstärkt. Außerdem kann sich die Wundheilung nach zahnärztlichen Eingriffen verschlechtern, weil sie durch veränderte Proteine (Advanced Glycation End Products/AGEs) gehemmt wird.

Quellen: