Welches Körpergewicht ist gesund?

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4. November 2019
Welches Körpergewicht ist gesund?

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig. Das kann zum Problem werden – zu viele Extrapfunde können das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Sind es jedoch nur kleine Pölsterchen, muss keine strenge Diät gehalten werden. Wir erklären, wie Sie ein gesundes Gewicht ermitteln, und warum ein paar kleine Fettpölsterchen unproblematisch sind.

Darum sind ein paar Extrapfunde gesund

Die Auswertung von mehr als 40 internationalen Studien zeigt: Ein paar Kilogramm mehr können Osteoporose, Diabetes und sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern. Eine mögliche Erklärung: Das an Hüfte, Po und an den Oberschenkeln sitzende Fett produziert hilfreiche Hormone, die etwa unsere Arterien vor Verkalkung schützen und den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Auch bei schweren Erkrankungen wie Rheuma, Krebs oder Nierenleiden haben etwas fülligere Menschen gegenüber den ganz schlanken einen Vorteil.

Doch was ist „etwas mehr“ und „zu viel“? Lange Zeit haben Ärzte Über- bzw. Idealgewicht mit einer einfachen Formel berechnet: Körpergröße minus 100 für Männer, Körpergröße minus 110 für Frauen. Ist eine Frau 165 cm groß, liegt ihr Idealgewicht also bei 55 kg.

Danach kam der Body-Mass-Index (BMI). Man teilt das Körpergewicht (in Kilogramm) durch die Körpergröße (in Metern zum Quadrat). Bei zu hohen Werten – Männer über 25, Frauen über 24 – hat man Übergewicht. Inzwischen gilt der BMI als nicht mehr aussagekräftig genug, da er nicht berücksichtigt, dass Muskeln schwerer sind als Fett und Sportler z. B. mehr wiegen dürfen.

Experten setzen auf neue Formel zur Berechnung des Idealgewichts

Der BMI spielt keine Rolle etwa für das Schlaganfall- oder Infarktrisiko. Denn: Er bezieht nicht mit ein, wo das Fett am Körper sitzt, wie muskulös, schmal oder stämmig jemand ist. Das Taille-Hüft-Verhältnis, kurz THV, gibt einen Hinweis darauf, ob die Fettverteilung unseres Körpers günstig ist. Dafür wird die Taille am Bauchnabel, die Hüfte an der dicksten Stelle des Pos gemessen. Dann wird der Wert des Taillenumfangs durch den Wert des Hüftumfangs geteilt. Als gesundheitlich ideal gilt beiMännern ein Ergebnis bis 1, bei Frauen ein Ergebnis bis 0,85.

Beim Ermitteln des Taille-Hüft-Verhältnisses (THV) wird unter anderem die Taille oberhalb des Bauchnabels gemessen.
Beim Ermitteln des Taille-Hüft-Verhältnisses (THV) wird unter anderem die Taille oberhalb des Bauchnabels gemessen.

Gefährlich wird es, wenn diese Werte deutlich überschritten werden. Dann sammelt sich das Fett am Bauch und sitzt auch unter der Muskelmasse. Dieses sogenannte viszerale Fett oder auch „ungesundes Bauchfett“ wirkt wie ein Beschleuniger bei Krankheiten: Denn es produziert Signalstoffe, die Entzündungen im Körper fördern.

Birnenform besser als Apfel

Beim Apfeltyp (eher Männer) speichert der Körper Fett am Bauch. Zu viel davon schüttet Fettsäuren aus, die Entzündungen auslösen. Es lohnt sich also, Bauchfett abzubauen. Beim Birnentyp (eher Frauen) wird das Fett unter der Haut gelagert. Es fängt schädliche Fettsäuren ein und schützt so vor Erkrankungen.

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