Vitamin-D-Mangel bei Diabetes

Vitamin-D-Mangel bei Diabetes Diabetes TYP I & TYP II

Vitamin D beeinflusst den Blutzuckerspiegel und kann die Insulinempfindlichkeit verbessern. Lesen Sie hier, wie Diabetiker dafür sorgen können, dass kein Mangel entsteht – gerade, im Winter.

Vitamin-D-Mangel und Diabetes: Wie beeinflusst das Vitamin die Erkrankung?

Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin. Chemisch gesehen ähnelt es den Geschlechtshormonen sowie denen von Schilddrüse und Nebenniere. Es ist an verschiedenen Vorgängen in den Körperzellen beteiligt, entsprechend spürbar wirkt sich ein Mangel aus.

Unter anderem ist Vitamin D generell zuständig für

  • den Knochenstoffwechsel
  • die Funktion der Muskeln

Zudem hat es Einfluss auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit und das Erkrankungsrisiko für einige Krebsarten.

Bei Menschen mit Diabetes stabilisiert es Forschern zufolge außerdem den Blutzuckerstoffwechsel. Sie konnten zum Beispiel im Muskel und der Leber die Wirkung des sogenannten Sonnenvitamins nachweisen. Ist es im Körper von Diabetikern ausreichend vorhanden, stellen die insulinproduzierenden Zellen mehr Insulin her. Davon profitieren vor allem Diabetiker vom Typ 2. Die Insulinsensitivität der Probanden verbesserte sich laut Deutscher Diabetes Gesellschaft um 60 Prozent, wenn ihr Vitamin-D-Spiegel von weniger als zehn Nanogramm pro Milliliter (ng/ml), also einem schweren Mangel, auf über 30 ng/ml anstieg.

Bei Kindern, bei denen erst kürzlich Diabetes Typ 1 festgestellt wurde, kann Vitamin D Studien zufolge die Funktion der insulinproduzieren Zellen verbessern.

Vitamin-D-Mangel und Diabetes: erhöhtes Risiko zu erkranken

Einen Mangel an Vitamin D, da sind sich die Experten einig, sollten Diabetiker also unbedingt vermeiden. Aber gerade bei ihnen ist er überdurchschnittlich oft festzustellen – ein Risikofaktor für Komplikationen, insbesondere für Typ 2-Diabetiker, deren Insulinsensitivität und Zuckerstoffwechsel anscheinend direkt vom Vitamin-D-Spiegel beeinflusst werden.

Und auch die Gefahr, überhaupt erst an Diabetes mellitus zu erkranken, ist einigen Studien zufolge umso höher, je größer der Vitamin-D-Mangel ist. So überprüften US-amerikanische Wissenschaftler zum Beispiel bei mehr als 3.000 nicht an Diabetes erkrankten Personen über sieben Jahre hinweg deren Vitamin-D-Spiegel. Das Ergebnis: bei hohem Vitamin-D-Level war die Wahrscheinlichkeit, Typ-2-Diabetes zu bekommen, um 40 Prozent niedriger als bei schlechter Vitamin-D-Versorgung.

Eine andere Untersuchung legt nahe, dass Menschen, die sich bereits in einem Vorstadium von Typ-2-Diabetes befinden, deutlich seltener tatsächlich Diabetes bekommen, wenn ausreichend Vitamin D in ihrem Körper gespeichert ist. Umgekehrt gibt es Hinweise, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel es wahrscheinlicher macht, dass bei Diabetikern Folgeerkrankungen wie beispielsweise Nervenstörungen auftreten.

Allerdings ist nicht geklärt, ob nun der niedrige Vitamin-D-Spiegel das Risiko für Diabetes erhöht oder umgekehrt die Erkrankung den Vitamin-D-Wert beeinflusst.

Vitamin-D: Ab wann ist es ein Mangel?

Vitamin-D-Mangel bei Diabetikern

Ab wann ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, darin sind sich die Experten uneinig. Generell spricht man von einer Unterversorgung, wenn der Vitamin-D-Spiegel unter 30 ng/ml liegt, ein Mangel beginnt laut Robert Koch-Institut bei weniger als 10 ng/ml.

Anzeichen für einen Mangel sind

  • Muskelschmerzen
  • Muskelschwäche
  • Knochenschmerzen
  • Anfälligkeit für Infekte

Zeigt ein Patient – ob mit Diabetes oder ohne – solche Symptome, besteht ein konkreter Verdacht auf Vitamin-D-Mangel. In diesem Fall, und nur dann, zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen Bluttest, um ihn nachzuweisen.

Vitamin-D-Mangel und Diabetes: was bringen Kapseln?

Schätzungen des Robert Koch-Instituts zufolge erreicht rund die Hälfte aller Erwachsenen hierzulande nicht die optimale Vitamin-D-Konzentration von 50 ng/ml. Deshalb wahllos Vitamin-D-Kapseln zu schlucken, ist aber nicht ratsam. Denn sowohl die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), als auch die Stiftung Warentest kommen zu dem Schluss, dass die Präparate nicht unbedingt etwas bringen. Letztere schrieb im Frühjahr 2018 in einem Testbericht: „Die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten kann nach derzeitiger Erkenntnis weder Krebs noch Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden vorbeugen. Gesunden, aktiven Erwachsenen bringen Vitamin-D-Pillen nichts.“

Sprechen Sie also besser mit Ihrem Arzt oder Apotheker und lassen Sie Ihren Vitamin-D-Spiegel gegebenenfalls gezielt korrigieren. Denn ein zu hoher Vitamin-D-Level ist auch nicht gut: der schützende Effekt könnte sich ins Gegenteil umkehren.

Vitamin D: Woher bekommt der Körper es?

Vitamin-D-Mangel bei Diabetikern

Wer sich täglich etwa 30 Minuten die Sonne aufhält auf Gesicht, Arme und Beine scheinen lässt, kurbelt die Vitamin-D-Produktion in seinem Körper an. Denn er braucht UV-Strahlen, um das Vitamin bilden zu können. Leider klappt das nur von Mitte März bis Mitte Oktober. Im Herbst und Winter fallen hierzulande die Strahlen zu flach auf die Haut, um die Vitamin-D-Produktion ausreichend anzukurbeln.

Zumindest einen kleinen Teil (ca. 20 Prozent) können wir über die Nahrung abdecken: mit am meisten Vitamin D enthalten fetter Fisch, Eigelb, Pilze oder Rinderleber. Die richtige Ernährung bei Diabetes ist natürlich das ganze Jahr über wichtig. Doch in den sonnenarmen Monaten sollten Sie noch bewusster essen und gegebenenfalls vorsorglich Ihren Vitamin-D-Spiegel ärztlich überprüfen lassen. Die rund 20 Euro, die dafür anfallen, zahlen sich aus.

Quellen: