Verstehen Sie Ihren Augenarzt?

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22. Februar 2019
Verstehen Sie Ihren Augenarzt?

Eine aktuelle Umfrage der Techniker Krankenkasse zeigt: Nur etwa jeder Dritte fühlt sich von seinem Arzt voll und ganz über Therapien aufgeklärt. Damit die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten besser klappt, erklären wir wichtige Begriffe der Augenheilkunde. Worum es sich bei den einzelnen Erkrankungen handelt, erklärt Detlev Breyer.

Diabetische Retinopathie – häufige Augenerkrankung bei Diabetes

Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Netzhaut, verursacht durch Diabetes mellitus. Die Augen-Gefäße werden durchlässig wie ein perforierter Gartenschlauch. So gelangen Gewebswasser und Blut ins umliegende Gewebe oder Netzhaut-Areale werden unterversorgt. Mit Medikamenten-Spritzen ins Auge, Laser-OPs oder durch Entfernung des Glas-Körpers können Folgen wie Erblindung verhindert werden

Verstehen Sie Ihren Augenarzt?
Diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der Netzhaut

Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist die richtige Einstellung des Blutzuckers.

Das passierte bei einer Gesichtsfeld-Prüfung

Bei dieser Untersuchung muss der Patient einen Punkt in einem Gerät fixieren. Sieht er einen weiteren Punkt aufleuchten, drückt er einen Knopf. So kann der Arzt beurteilen, ob ein Schaden an der Netzhaut, den Seh-Nerven oder den Seh-Feldern im Gehirn besteht.

Was ist Grauer Star?

Eine Trübung der Linse führt zu schlechterem Sehen und vermehrter Blend-Empfindlichkeit. Die Operation des grauen Stars ist der häufigste chirurgische Eingriff im Bereich der Augen. Sie ist schmerzfrei und wird in der Regel ambulant durchgeführt.

Grüner Star – das passiert dabei im Auge

Bei dieser Erkrankung stirbt der Sehnerv ab. Bei einem chronischen Verlauf bemerken Betroffene die ersten Symptome erst sehr spät. Deshalb sind regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen, bei denen Augen-Innendruck, Gesichtsfeld und Computer-Vermessungen des Sehnerves durchgeführt werden, so wichtig.

Was ist Makula-Degeneration?

Die Stelle des schärfsten Sehens im Auge wird geschädigt. Dabei verschlechtert sich das Seh-Vermögen des Patienten. Er sieht zudem gerade Linien krumm. Der Verlauf der altersbedingten Makula-Degeneration ist nicht bei jedem Betroffenen gleich schnell. Mit Spritzen, die direkt in das Auge gegeben werden, können wir die Seh-Verschlechterung verlangsamen oder sogar aufhalten. Neuerdings gibt es auch Nanosekunden-Laser, mit denen die trockene Form dieser Erkrankung behandelt werden kann.

Ophthalmoskopie – das passiert bei der Untersuchung

Auch Augen-Spiegelung genannt. Dabei wirft der Augenarzt mit einer Lampe Licht durch eine Lupe ins Auge. Dadurch kann er Glaskörper, Netzhaut und Seh-Nerv beurteilen. Da kurzsichtige Patienten vermehrt zu Netzhaut-Ablösungen neigen, ist bei ihnen diese Vorsorge-Untersuchung unbedingt zu empfehlen.

Augenerkrankungen bei Diabetes

Diabetes kann die Netzhaut und die Arterien des Auges schädigen. Diabetiker sollten auf kleinste Veränderungen des Sehvermögens achten, um Schäden am Auge und im schlimmsten Falle eine Erblindung zu vermeiden. Über 90 Prozent der Patienten mit   und etwa 60 Prozent der Diabetiker mit Typ 2 entwickeln Netzhautschädigungen. Um dem vorzubeugen, sollten Diabetiker jährlich zur Kontrolle beim Augenarzt gehen. Sind bereits Netzhautveränderungen vorhanden, sollten Kontrollen alle 2-6 Monate stattfinden.