Unterzuckerung durch Sport: Das sollten Diabetiker beachten

26. März 2021
Unterzuckerung durch Sport: Das sollten Diabetiker beachten

Wer unter Diabetes leidet, muss sein Leben darauf einstellen. Aber wie sieht es eigentlich beim Sport aus? Bewegung ist wichtig für den Körper – doch es kann zu einer gefährlichen Unterzuckerung durch Sport kommen. Das lässt sich jedoch vermeiden.

Sport bei Diabetes typ 1 und Diabetes Typ 2

Besonders beim Diabetes Typ 2 ist Sport sehr wichtig, weil Bewegungsmangel zu den Hauptursachen der Erkrankung gehört. Sport hilft nicht nur beim Abnehmen und Gewichthalten: Der Blutzuckerspiegel wird gesenkt und die Insulinempfindlichkeit der Zellen gesteigert.

Etwas anders verhält es sich beim Typ 1. Bei dieser Diabetesform ist Sport zwar nicht so wesentlich für die Behandlung wie beim Typ-2 – aber auch hier hilft regelmäßige Bewegung, zum Beispiel zum Stressabbau oder um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Allerdings gibt es auch ein Risiko: Während des Trainings kann es zu einer Stoffwechselentgleisung kommen.

Beim Typ-1-Diabetiker droht Unterzuckerung durch Sport

Körperliche Aktivität hat Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Denn durch die Bewegung können die Zellen Glukose besser verarbeiten. Dadurch sinkt der Insulinbedarf – und das wird bei gleichbleibender Insulingabe zum Problem. So kann nämlich leicht eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) entstehen, die gefährlich werden kann. Übrigens gilt das nicht nur für Sport im engeren Sinne, sondern auch für andere körperlich anstrengende Tätigkeiten wie Rasenmähen oder lange Spaziergänge.

Unterzuckerung durch Sport: Was sind die Symptome?

Anzeichen für eine Unterzuckerung beim Sport sind unter anderem eine plötzliche Kraftlosigkeit, Schwindel, Zittern, Schweißausbrüche, Sehstörungen oder Übelkeit. Hier helfen süße Getränke oder Traubenzucker schnell, während Vollkornbrot oder Obst stabilisierend wirken. Außerdem ist es wichtig, den Blutzuckerspiegel immer wieder zu messen.

Bei Diabetes Typ 2 müssen Sie sich also körperlich bewegen, beim Typ 1 können Sie es auf jeden Fall auch. Sie müssen sich nur gut vorbereiten, Ihren Stoffwechsel entsprechend kennen und einstellen – dann brauchen Sie vor einer Unterzuckerung durch Sport keine Angst zu haben.

Unterzuckerung beim und nach dem Sport – was tun?

Die Gefahr einer Hypoglykämie beim Sport besteht nicht nur während der körperlichen Belastung. Noch bis zu 72 Stunden später kann ein niedriger Blutzucker nach dem Sport auftreten, auch in der Nacht. Der Körper versucht dann, die geleerten Glukose-Speicher wieder aufzufüllen. Deshalb sollten Sie die Aktivität gut planen und vor sowie nach dem Training Kohlenhydrate wie Vollkornbrot, Müsli oder Bananen essen, um durch Sport keine Unterzuckerung zu riskieren.

So können Sie Unterzuckerung beim Sport vermeiden:

  • Messen Sie vor dem Sport Ihren Blutzuckerwert: Er sollte zwischen 126 bis 180 md/dl (7,0 bis 10,0 mmol/l) liegen. Liegt er unter 90 mg/dl (5,0 mmol/l) oder über 250 mg/dl (13,9 mmol/l) dürfen Sie nicht mit dem Training starten.
  • Kontrollieren Sie den Wert alle 30 bis 60 Minuten.
  • Packen Sie Kohlenhydrate – auch schnell verfügbare wie Traubenzucker oder Süßgetränke – zum Mitnehmen ein.
  • Tragen Sie ein gut sichtbares Diabetes-Armband.
  • Messen Sie auch nach dem Sport regelmäßig Ihren Blutzuckerwert – ist er zu niedrig, sollten Sie die Insulindosis in Absprache mit Ihrem Arzt reduzieren.
  • Notieren Sie Ihre Werte in einem Sporttagebuch, denn Ihr Körper reagiert individuell, zum Beispiel auch auf verschiedene Sportarten.

Je nach Sportart können Sie den Insulingrundbedarf (Basalinsulin) vor dem Sport reduzieren, zum Beispiel beim Joggen oder Radfahren, wo Ausdauer gefragt ist. Wird der Körper hingegen abwechselnd stark beansprucht, etwa beim Sprinten oder Kraftsport, kann es erst zu einem Anstieg und dann verzögert zu einem Abfall des Blutzuckers kommen. Dies alles muss bedacht werden. Um eine Unterzuckerung durch Sport zu vermeiden, sollten Sie daher Ihren Trainingsplan, die Insulindosis sowie Ihre Ernährung mit Ihrem Arzt absprechen.

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