Prädiabetes erkennen – das sind die Warnzeichen

Prädiabetes erkennen – das sind die Warnzeichen Diabetes TYP II

Diabetes mellitus entsteht nicht plötzlich. Vor allem Typ 2 kündigt sich an. Mit Warnzeichen, die oft übersehen oder ignoriert werden. Welche das sind, lesen Sie hier.

Prädiabetes – was ist das überhaupt?

Prädiabetes erkennen bzw. dessen Warnzeichen richtig deuten kann man nur, wenn man auch weiß, dass es Prädiabetes gibt und was man darunter versteht. Im Grunde ist er eine Vorstufe zum „echten“ Diabetes. Ärzte sprechen von einem Prädiabetes, wenn die Blutwerte zwar höher liegen als die Norm, der Zuckerstoffwechsel also schon gestört ist, aber noch kein Diabetes (Typ 2) vorliegt. „Höher als die Norm“ heißt im Fall von Prädiabetes:

  • ein erhöhter Nüchternglukose-Wert (IFG, Impaired Fasting Glucose) von 100 bis 125 mg/dl (5,6-6,9 mmol/l). Die Nüchternglukose ist der (morgendliche) Blutzuckerwert nach einem Nahrungsverzicht von mindestens acht Stunden.

und/oder

  • eine gestörte Glukosetoleranz (IGT, Impaired Glucose Tolerance). Hier sind die Blutzuckerwerte gegenüber denen eines gesunden Menschen erhöht, nachdem derjenige Kohlenhydrate zu sich genommen hat.

Überprüft wird beides mittels eines oralen Glukosetoleranztests (OGTT). Bei einem solchen trinkt der Patient 75 Gramm Glukose (oder Stärke), aufgelöst in 250 bis 300 Milliliter Wasser innerhalb von fünf Minuten. Bevor er die Lösung trinkt und zwei Stunden danach, nimmt der Arzt Blut ab und misst den Blutzucker. Auf eine Störung deuten Werten von 140 bis 199 mg/dl (7,8-11 mmol/l) hin.

Wichtig: Auch wenn Prädiabetes noch kein „richtiger“ Diabetes ist, kann er bereits der Gesundheit schaden. Man sollte die Vorstufe und ihre Warnzeichen also ernst nehmen.

Prädiabetes: das sind die Warnzeichen

Zugegeben, wie sich der Blutzucker verhält, lässt sich als Laie und ohne entsprechende Messmethoden, nicht feststellen. Prädiabetes, ebenso wie Diabetes Typ 2, zu dem ersterer führt, wenn man ihn nicht behandelt, zeigt sich aber darüber hinaus in verschiedenen anderen Warnzeichen. Leider in solchen, die auch vielen anderen Krankheiten oder einfach nur einer „stressigen Phase“ zugeschrieben werden könnten. Deshalb gilt: Sollten Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome an sich feststellen: Lieber zum Arzt gehen und abklären lassen, worin die Ursache dafür liegt, als einen Diabetes zu entwickeln, der den Alltag dauerhaft beträchtlich verändert.

Zu den Warnzeichen eines Prädiabetes gehören:

  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Heißhunger
  • Erhöhte Infektionsanfälligkeit
  • Ständiger Harndrang

Die Risikofaktoren für einen Prädiabetes sind:

  • Übergewicht/Adipositas
  • Taillenumfang von mehr als 102 (Männer) bzw. 88 (Frauen) Zentimetern
  • Familiäre Vorbelastung
  • Alter – ab dem 45. Lebensjahr erhöht sich das Risiko
  • Wenig körperliche Aktivität
Stoffwechsel regulieren und Diabetes verhindern
Stoffwechsel regulieren und Diabetes verhindern

Prädiabetes: Gibt es den auch bei Typ-1-Diabetes?

Beim Typ-1-Diabetes verlieren nicht die Körperzellen ihre Empfindlichkeit für Insulin wie beim Typ 2. Es besteht ein absoluter Mangel an diesem Hormon. Während Patienten mit Typ-2-Diabetes oft zunächst ohne Medikamente und nur durch eine Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zurechtkommen, müssen Diabetiker vom Typ 1 ihr Leben lang Insulin zuführen.

Doch auch Diabetes vom Typ 1 kündigt sich an. Und zwar in Form von bestimmten Autoantikörpern im Blut: den sogenannten Insel-Autoantikörpern. Verschiedene Studien in Deutschland, Finnland und dem amerikanischen Colorado zeigten, dass Kinder, die mehr als einen Typ dieser Antikörper entwickeln, innerhalb von 15 Jahren zu fast 100 Prozent an Diabetes Typ 1 erkrankten. Bei Kindern ohne diese Antikörper lag das Zehn-Jahresrisiko für Typ-1-Diabetes dagegen bei nur 0,4 Prozent.

Diabetes Typ 1 ist zwar bisher nicht heilbar, Wissenschaftler erhoffen sich jedoch von der Früherkennung, neue Ansatzpunkte für Therapien und die Chance, zumindest einen Teil der körpereigenen Insulinproduktion zu erhalten. Diabetes Typ 2 lässt sich dagegen vollständig vermeiden, wenn die Prädiabetes-Warnzeichen rechtzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Quellen: