Haferkur bei Diabetes: natürliches Mittel bei Insulinresistenz

Haferkur bei Diabetes: natürliches Mittel bei Insulinresistenz

Eine Haferkur wird bei Diabetes als ergänzende Behandlungsmethode eingesetzt, wenn eine Insulinresistenz vorliegt. Das gesunde Getreide kann dabei sowohl den Blutzuckerspiegel senken als auch das Gewicht reduzieren.

Bereits vor hundert Jahren kam die Haferkur bei der Diabetesbehandlung zum Einsatz. Heute ist die Kur eine ergänzende Maßnahme bei der Therapie des Diabetes Typ 2, bei dem die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf Insulin reagieren. Meist wird eine Insulinresistenz durch eine falsche Ernährung und Übergewicht verursacht. Die Wirkung einer Haferkur setzt bei beiden Problemen an.

Wie gesund ist Hafer?

Hafer – ein Getreide aus der Gattung der Süßgräser – wird aus dem vollen Korn hergestellt. Das heißt: Auch wenn sie nicht so aussehen, sind Haferflocken Vollkornprodukte. Diese sind bekannt dafür, dass sie gut für die Gesundheit sind. Besonders bei Diabetes gelten Haferflocken als wahres Superfood. Denn:

  • Haferflocken sind reich an B-Vitaminen, mit denen Menschen mit Diabetes oft unterversorgt sind. Sie enthalten besonders viel Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B5 (Pantothensäure) und Vitamin B7 (Biotin)
  • Hafer versorgt den Körper, neben anderen Mineralien und Spurenelementen, mit großen Mengen an Magnesium, Kalzium und Phosphor. Diese sind wichtig für Nerven, Muskeln, Zähne und Zellen
  • Essentielle Aminosäuren und Selen im Hafer tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Wie genau wirkt die Haferkur bei Diabetes?

Hafer zählt zu den Lebensmitteln mit einem niedrigen glykämischen Index. Das bedeutet, dass beim Verzehr von Haferflocken der Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigt. Der Grund: Hafer enthält sogenannte Beta-Glucane. Das sind Ballaststoffe, die die Aufnahme von Kohlenhydraten im Blut verzögern, was den Insulinbedarf senkt. Forscher haben herausgefunden, dass diese Wirkung auch noch vier Wochen nach der Kur anhält. Daneben kann sich die Haferkur auch positiv auf den Cholesterinspiegel und den Stoffwechsel auswirken. 

Da der Körper während einer Haferkur weniger Insulin von außen benötigt, sollten Diabetiker Absprache mit ihrem Arzt halten, um die Insulinmenge anzupassen.

Abnehmen mit Haferflocken

Hafer senkt nicht nur den Insulinbedarf, sondern auch das Gewicht.

Menschen mit Diabetes können von einer Haferkur gleich auf zweifache Weise profitieren. Denn Hafer kann nicht nur den Insulinbedarf senken, sondern auch das Gewicht – und das ganz ohne Hungern. Haferflocken helfen beim Abnehmen, weil sie zum einen kalorienarm sind; auf eine Portion Haferflocken kommen nur 250 Kalorien.

Zum anderen besteht Hafer zum Großteil aus Ballaststoffen. Die langkettigen Kohlenhydrate halten lange satt und beugen dadurch Heißhungerattacken vor. So purzeln während einer mehrtägigen Haferkur die Pfunde ganz ohne Anstrengung.

Wie läuft eine Haferkur bei Diabetes ab?

Bei einer Haferkur ernähren sich Diabetiker für zwei bis drei Tage ausschließlich von Haferflocken. Entscheidet man sich für eine Haferkur, sind einige Punkte zu beachten:

  • Man nimmt täglich drei Mahlzeiten zu sich
  • Jede Mahlzeit besteht aus 70 bis 80 Gramm Haferflocken
  • Während der Haferkur sollte man Eiweiße und Fette konsequent meiden, da sie die Insulinwirkung vermindern
  • An den Hafertagen sollte man aufgrund der hohen Menge an Ballaststoffen mindestens zwei Liter Wasser trinken
  • Die Haferkur kann um ein bis zwei Tage verlängert werden, wenn aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht
  • An den Tagen der Haferkur ist eine engmaschige ärztliche Betreuung notwendig

Meist leitet eine auf wenige Tage begrenzte Haferkur eine langfristige Umstellung auf eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung ein, die eine Langzeit-Haferkur beinhalten kann. Entweder integrieren Betroffene dafür sechs Hafermahlzeiten pro Woche in ihren Speiseplan oder sie legen alle zwei bis drei Wochen einen Hafertag ein.

Wie kann ich Haferflocken zubereiten?

Die Art Zubereitung sorgt dafür, dass während der Haferkur der Geschmack nicht zu kurz kommt. Zum Frühstück kann man die Haferflocken in 300 bis 500 ml Wasser mit ein wenig Zimt quellen lassen, während man für deftigere Speisen die Haferflocken in Gemüsebrühe kochen kann. Neben dem klassischen Haferbrei können auch vegane Haferkekse ohne Butter und Haferbrot für die Kur zubereitet werden.

Erlaubt ist es zudem, die Haferflocken-Gerichte nach Belieben mit gesunden Beilagen zu verfeinern. Haferflocken können zusammen mit einer kleinen Portion Obst gegessen werden. Auch Gemüse, wie Paprika, Champignons oder Zwiebeln sorgen für eine schmackhafte Abwechslung bei der Diabetes-Haferkur.

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Quelle:

Lammert, A. et al. (2006): Kohlenhydrattage als einfache und effektive Therapie der Insulinresistenz. In: Diabetologie und Stoffwechsel.