Diagnose Diabetes: Die häufigsten Fragen

Diagnose Diabetes: Die häufigsten Fragen

Keine Süßigkeiten mehr und ab jetzt täglich Insulin spritzen – diese falsche Vorstellung haben viele im Kopf, wenn sie die Diagnose Diabetes erhalten. Der Diabetologe Dr. Jens Kröger erklärt, was Diabetes Typ 2 wirklich bedeutet und was Betroffene wissen müssen.

Wenn der Arzt die Stoffwechselerkrankung feststellt, ist das für Betroffene immer ein Schock. Doch wir können viel dafür tun, trotz Diabetes lange und gut zu leben. Wir haben die häufigsten Fragen nach der Diagnose für Sie beantwortet.

Wie bin ich überhaupt an Diabetes erkrankt?

Eine genetische Vorbelastung, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel bei Übergewicht können bewirken, dass die Bauchspeicheldrüse über einen langen Zeitraum hinweg zu viel Insulin ausschüttet. Dieses ist dafür zuständig, Kohlenhydrate aus der Nahrung in die Körperzellen einzuschleusen. Doch die Zellen öffnen sich nur teilweise – im Blut verbleibt dadurch Zucker, der Gefäße und Nerven schädigen kann.

Lebenslange Medikamenteneinnahme?

Früh erkannt, ist die Diabetes oft durch Anpassungen des Lebensstils beherrschbar. Entscheidend ist gesunde Ernährung, der Abbau von Übergewicht und mehr Bewegung. Reicht das nicht mehr, helfen außerdem Tabletten, Insulin und Kombinationen unterschiedlicher Medikamente. Für Patienten mit zusätzlichen Herzerkrankungen gibt es Arzneien, die auch das Herz schützen.

Wie lebe ich mit Diabetes?

Nach der Diagnose mit Diabetes sollten Betroffene immer eine individualisierte, also auf ihren Einzelfall zugeschnittene Schulung durchlaufen. Manche Hausärzte und alle Diabetes-Schwerpunkt-Praxen bieten solche Kurse an, in denen Patienten lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Diabetes – darf ich nun keinen Zucker mehr essen?

Die Diagnose erfordert zwar eine bewusstere Ernährung mit viel Gemüse und wenig Kohlenhydraten, jedoch keinen totalen Verzicht. Entscheidend ist, dass Betroffene sich viel bewegen – mit gut erreichbaren Zielen. Zwar gelten 10000 Schritte täglich als ideal, doch Studien zeigen: Wer 6000 Schritte schafft, hat schon viel für seine Gesundheit getan!