Diabetische Retinopathie: So können Diabetiker ihr Sehvermögen schützen

Diabetische Retinopathie: So können Diabetiker ihr Sehvermögen schützen

Schäden an der Netzhaut sind häufige Folge-Erkrankungen bei Zuckerkranken. Doch wie lässt sich die sogenannte diabetische Retinopathie verhindern?

Besonders problematisch am Diabetes: Er kann in den gesamten Organismus eingreifen. So treten beispielsweise durch den dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel Veränderungen an den Gefäßen auf. Das kann auch die Augen betreffen. Was durch die sogenannte diabetische Retinopathiegenau vor sich geht, weiß Prof. Dr. Salvatore Grisanti, Direktor der Klinik für Augenheilkunde in Lübeck.

Vorgänge

Durch die hohe Zuckerkonzentration verändern sich die winzigen Blutgefäße der Netzhaut (Retina) oder des „gelben Flecks“ (Makula, Punkt des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut). Sie können sich verschließen, dann werden die Sehzellen nur noch mangelhaft versorgt. Außerdem kann es passieren, dass das Blut ins benachbarte Gewebe austritt. Professor Grisanti: „Diese Vorgänge fasst man unter dem Begriff zusammen. Sie können angefangen bei nicht spürbaren Veränderungen, die nur der Augenarzt sieht, bis hin zur Erblindung führen.“

Diabetische Retinopathie

Symptome

Ob und wie man die diabetische Retinopathie bemerkt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. „Das hängt vom Ausmaß der Erkrankung und den betroffenen Gebieten ab“, erklärt Professor Grisanti. „Ist die zentrale Netzhaut betroffen, kann es schon bei kleinsten Veränderungen zu einer deutlichen Sehverschlechterung kommen.“ In den meisten Fällen bedeutet eine für den Patienten bemerkbare Sehverschlechterung aber, dass die diabetische Retinopathie bereits recht weit fortgeschritten ist.

Vorbeugen

Daher ist Früherkennung die beste Vorsorge. Unser Experte empfiehlt, direkt nach der Diagnose Diabetes schnellstens zum Augenarzt zu gehen. Man weiß ja nicht, wie lange die Stoffwechselstörung schon besteht – und nicht bemerkt wurde. Kann der Arzt nichts feststellen, sollten die Augen künftig mindestens einmal jährlich untersucht werden. Sind bereits erste Beeinträchtigungen vorhanden, wird ein Augenarztbesuch alle drei bis sechs Monate fällig – je nach Ausprägung der Retinopathie. Und: „Studien haben gezeigt, dass eine gute Blutzuckereinstellung das Risiko einer diabetischen Augenveränderung deutlich senken kann. Natürlich sollte außerdem alles, was Gefäßen zusätzlich schadet, vermieden werden – das gilt vor allem fürs Rauchen“, sagt Professor Grisanti.

Therapien

Auch die Art der Behandlung hängt davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Der Arzt kann das Auge lasern, Medikamente spritzen und durch Operationen eingreifen. Professor Grisanti: „Grundlage für all diese Therapien ist aber die gute Einstellung des Diabetes sowie des Blutdrucks.“