Diabetes und Medikamente: 5 Strategien gegen Wechselwirkungen

Diabetes und Medikamente: 5 Strategien gegen Wechselwirkungen

Es gilt leider auch für Diabetes-Patienten: nehmen Sie verschiedene Medikamente ein, können unerwünschte Wechselwirkungen auftreten. Je mehr Mittel, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich gegenseitig abschwächen oder verstärken. Meist haben verschiedene Ärzte die jeweiligen Medikamente verschrieben oder Sie haben sie in unterschiedlichen Apotheken gekauft, sodass niemandem auffiel, dass sich die beiden Präparate nicht vertragen. Die Folgen bemerken Sie aber sehr wohl: der Blutzuckerspiegel entgleist zum Beispiel aus scheinbar unerfindlichen Gründen, Sie sind ständig müde oder Ihnen ist schwindelig.

Mit diesen fünf Strategien vermeiden Sie Wechselwirkungen

Haben Sie solche Beschwerden, sprechen Sie mit einem Arzt oder Apotheker und fragen Sie gezielt nach, ob es an den Medikamenten liegen kann, die sie einnehmen. Machen Sie ohne Rücksprache keine Experimente, zum Beispiel, indem Sie Mittel einfach absetzen oder mit der Dosierung spielen!

Diabetes und Medikamente
Ein Arzt kann helfen, Ihre Beschwerden einzuordnen

Und: Damit es gar nicht erst zu Wechselwirkungen kommt, können Sie selbst einiges beitragen. Auch wenn Sie kein Mediziner sind. Der wichtigste Punkt ist, dass Sie sämtliche, an Ihrer Medikation beteiligten Parteien darüber informiert halten, welche Pillen, Tabletten und Säfte Sie einnehmen. Nur dann können Ärzte und Apotheker abschätzen, ob das jeweilige Medikament zu den anderen „passt“. Einfacher wird es für Sie natürlich, wenn Sie so wenige Parteien wie möglich auf dem Laufenden zu halten haben. Deshalb kreisen viele der fünf besten Strategien gegen Wechselwirkungen genau darum, den Personenkreis, der mit Ihrer Medikation zu tun hat, einzudampfen. Das geht zum Beispiel so:

  1. Den Hausarzt zum „Aufseher“ machen

Das können Sie unkompliziert über die sogenannte Hausarztzentrierte Versorgung. Hierbei verpflichten Sie sich für die Dauer von einem Jahr, zu einem bestimmten Hausarzt zu gehen – und zwar immer zuerst zu ihm. Er überweist Sie dann gegebenenfalls an Fachärzte wie einen Diabetologen. Das hat den Vorteil, dass alle Befunde und auch die entsprechenden Medikamente über seinen Tisch laufen. Er hat also den Überblick und kann eingreifen, wenn er feststellt, dass Mittel zu Wechselwirkungen führen könnten. Hausärzte, die diesen Service anbieten, finden Sie zum Beispiel über www.hausarzt-suche.de.

  1. Den Apotheker über die Medikamente schauen lassen

Einige Apotheken bieten eine Medikationsanalyse an. Das heißt, Sie können sämtliche Medikamente, die Sie einnehmen, mitbringen. Die Experten dort werden Sie fragen, wann Sie die unterschiedlichen Mittel einnehmen, warum und ob Sie sie gut vertragen. Aber auch, welche Ihnen verordnet wurden und welche Sie sich selbst besorgt haben (z. B. Kopfschmerztabletten etc.). Danach werden die mitgebrachten Medikamente durchgeschaut und unter anderem auf Wechselwirkungen hin überprüft. Sprechen Sie Ihren Apotheker an, ob er eine solche Analyse anbietet oder fragen Sie Ihren Arzt nach Apotheken mit diesem Service.

  1. Bei einer Quelle bleiben

Das gilt vor allem für die Apotheke, denn als Diabetes-Patient werden Sie neben dem Hausarzt sehr wahrscheinlich zumindest noch zu einem Fachmann für die Zuckerkrankheit gehen. Haben Sie eine Stammapotheke, können Sie dort die Medikamente, die Sie kaufen, in einer Kundendatei speichern lassen. Manche Apotheken bieten auch Kundenkarten an. So bleibt der Überblick über sämtliche Präparate gewahrt. Lesen Sie außerdem immer den Beipackzettel Ihrer Medikamente und fragen Sie bei Arzt oder Apotheker aktiv nach, wenn Sie unsicher sind.

  1. Einen Medikationsplan erstellen lassen

Nehmen Sie über 28 Tage oder länger drei oder mehr zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete, systemisch wirkende Medikamente ein, haben Sie seit Oktober 2016 das Recht auf einen Medikationsplan. Darin notiert der ausstellende Arzt alle Präparate, die er Ihnen verschrieben hat, plus Wirkstoff, Dosierung und Einnahmegrund. Nehmen Sie den Plan zu allen Arztbesuchen beziehungsweise allen Ärzten mit und bitten Sie sie, die von Ihnen verordneten Medikamente ebenfalls einzutragen. Mittels eines QR-Codes auf dem Papierausdruck geht das auch in digitaler Form.

Als Diabetes-Patient können Sie dafür entweder Ihren Hausarzt oder Ihren Diabetologen ansprechen. Und: listen Sie in diesem Plan auch alles auf, was Sie sich selbst besorgt haben – selbst Vitamintabletten und andere Nahrungsergänzungsmittel. Noch 2018, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung, soll der Medikationsplan auch in elektronischer Form auf der Gesundheitskarte gespeichert werden können.

  1. Die beteiligten Parteien vernetzen

Da Diabetes eine chronische Krankheit ist, können Sie ein sogenanntes Disease-Management-Programm (DMP) in Anspruch nehmen, das es für Diabetes-Typ-2-Patienten seit 2002, für Typ-1-Diabetiker seit 2004 gibt. Die Teilnahme ist sowohl für Patienten als auch für Ärzte freiwillig, fragen Sie Ihren Hausarzt oder Diabetologen also einfach, ob er DMP anbietet. Im Zuge eines solchen strukturierten Behandlungsprogramms wird ein individueller Therapieplan erstellt, inklusive medikamentöser Behandlung und therapeutischer Maßnahmen sowie Untersuchungs- und Kontrollterminen. Dadurch werden die einzelnen beteiligten Parteien (Ärzte, Therapeuten, Psychologen etc.) vernetzt und sind genau über den Verlauf der Behandlung informiert.


Quellen: