Diabetes Typ 2: Achten Sie gut auf Ihre Füße

Diabetes Typ 2: Achten Sie gut auf Ihre Füße Diabetes TYP II

Ohne Behandlung und Vorsorge kann die Folgeerkrankung von Diabetes Typ 2 und 1 schwere Nervenschäden anrichten.

Was haben unsere Füße mit dem Blutzucker zu tun? Sehr viel! Denn ein dauerhaft erhöhter Zuckerspiegel schädigt unsere Nerven – und das zeigt sich oft zuerst an den Füßen und Unterschenkeln. Die gute Nachricht: Früh genug erkannt, lassen sich Schäden, die durch Diabetes Typ 2 und 1 entstehen können, oft noch rückgängig machen.

Schmerzempfinden testen lassen

Das Wichtigste ist, regelmäßig den Blutzucker zu messen. Bei beginnendem Diabetes reicht es, einmal pro Woche morgens nüchtern zu messen und täglich etwa zwei Stunden nach den Hauptmahlzeiten. Besondere Aufmerksamkeit sollte aber auch den Füßen gelten, da hier das Risiko eines diabetischen Fußsyndroms besteht.

Testen Sie ab und an das Gefühl in Ihren Unterschenkeln, indem Sie sich dort leicht mit einer Stricknadel piksen. Und schauen Sie sich Ihre Füße, besonders die Sohlen, jeden Tag ganz genau an. Denn Diabetiker spüren hier oft Verletzungen nicht rechtzeitig, weil das Schmerzempfinden weniger ausgeprägt ist. Falls Sie Rötungen oder entzündete Wunden entdecken, hilft eine sogenannte Diabetes -Fußambulanz. Fragen Sie Ihren Arzt nach einer Praxis in Ihrer Nähe.

Pflege beugt Verletzungen vor

Außerdem brauchen die Füße von Diabetes-Patienten viel Feuchtigkeit, vor allem die Fersen. Sonst können sich dort Schrunden bilden. Sehr gut sind Cremes mit Harnstoff (Urea). Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Sie die Hornhaut nicht selbst entfernen, sondern eine medizinische Fußpflege in Anspruch nehmen. Die gibt es sogar auf Rezept. Sehr wirkungsvoll und leicht nebenbei zu machen: ein Fußtraining. Rollen Sie zum Beispiel beim Fernsehen einen Noppenball unter Ihren Füßen hin und her oder heben Sie nach dem Baden mit den Zehen ein Tuch vom Boden auf.

Achten Sie gut auf Ihre Füße

Zusätzlich helfen Medikamente gegen Missempfindungen an den Füßen, indem sie den Spiegel des B-Vitamins Thiamin erhöhen. Diabetiker leiden oft unter einem Mangel an diesem Vitamin, das Nerven und Gewebe schützt.

Vitamin-B 1-Mangel verhindern

Wenn die Füße immer wieder brennen oder schmerzen, raten Neurologen dazu, unbedingt einen Arzt aufzusuchen. Unbehandelt kann die Neuropathie die Nerven in den Beinen, Händen und sogar Augen nachhaltig schädigen. Die Ursachen für eine Neuropathie sind vor allem ein schlecht eingestellter Blutzucker sowie ein Mangel an Vitamin B 1 (Thiamin). Die Erklärung: Der erhöhte Blutzuckerspiegel greift die Nerven an. Normalerweise kann Vitamin B 1 diese schädliche Wirkung bekämpfen. Doch bei Diabetikern wird mehr Thiamin über die Nieren ausgeschieden als bei gesunden Menschen – der Vitamin-B 1-Gehalt ist um etwa 75 Prozent niedriger. Zur Vorbeugung sollten Betroffene deshalb hohe Mengen an Vitamin B 1 aufnehmen. Allein über die Ernährung ist das jedoch nicht möglich. Experten empfehlen Patienten mit Diabetes Typ 2 oder 1 daher Präparate aus der Apotheke, die eine Vorstufe des Vitamins B 1 enthalten – das vitaminähnliche Benfotiamin.