Diabetes? So schützen Sie Ihre Füße vor Neuropathie

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15. Juni 2020
Diabetes? So schützen Sie Ihre Füße vor Neuropathie

Mit einer diabetischen Erkrankung gehen oft Nervenschäden an den Füßen einher. Bei den Warnsignalen ist oberste Vorsicht geboten, denn wer rechtzeitig handelt, kann viel für die Gesundheit seiner Füße tun.

Der diabetische Fuß als Warnsignal

Beschwerden von Menschen mit Diabetes oder einem erhöhten Diabetes-Risiko wie Kribbeln, Brennen oder Taubheit in den Füßen dürfen nicht harmlos abgetan werden, denn die Zuckerkrankheit schädigt die empfindlichen, bis in die Zehen reichenden Nervenbahnen. Die Folge ist Neuropathie. Doch nicht alle Betroffenen leiden gleichermaßen an den genannten Beschwerden, manche nehmen die Nervenschädigungen sogar kaum wahr. Daher ist es umso wichtiger, die Warnsignale für Neuropathie an den Füßen rechtzeitig wahr- und vor allem ernst zu nehmen. Denn je eher eine Nervenschädigung festgestellt wird, desto besser kann dem Voranschreiten oder gar einer Komplikation wie z. B. einem diabetischen Fußsyndrom entgegengewirkt werden.

Die Warnsignale einer diabetischen Neuropathie am Fuß

Die Füße kommen nicht zur Ruh

Sobald man sich niederlegt und seine Augen schließt, schmerzen, brennen oder kribbeln die Füße – und zwar symmetrisch. Während Schmerzen beim Gehen eher auf Durchblutungsstörungen oder orthopädische Probleme hinweisen, sind ansteigende Fußschmerzen bei Ruhe in der Nacht typische Hinweise auf eine Neuropathie. In beiden Fällen sollte aber eine Abklärung mit dem Arzt erfolgen.

Kalte oder heiße Füße

Haben sie das Gefühl, dass sie immerzu Eisfüße haben, doch wenn sie ihre Füße mit der Hand anfassen, sind diese warm? Oder andersherum: Sie nehmen ihre Füße als heiß und brennend wahr, obwohl sie eigentlich normal temperiert sind? Auch eine falsche Wahrnehmung der Fußtemperatur kann Folge von Nervenschäden in den Füßen sein, da die Nerven Fehlsignale an das Gehirn senden.

Stumme Warnsignale

Nicht zu unterschätzen und doch häufig unerkannt ist der schleichende Sensibilitätsverlust der Füße: Sohlen fühlen sich taub an und die Füße sind weniger empfindlich für Berührungen, Temperaturen oder Schmerzreizen. Das ist besonders gefährlich, weil das Risiko für Verletzungen und einem diabetischen Fußsyndrom unbemerkt steigt. Dieses nachlassende Empfindungsvermögen lässt sich jedoch ganz einfach mit Tests wie das Streichen einer Feder über den nackten Fuß überprüfen. Auch vom Arzt sollten die Fußnerven regelmäßig mit einfachen, schmerzlosen Tests kontrolliert werden.

Äußeres Erscheinungsbild der Füße

Zum einen wird durch die geschädigten, kleinen Nervenfasern die Schweißdrüsensteuerung gestört. Das Resultat ist eine trockene, rissige Fußhaut, die stark anfällig für Wunden und Schürfungen ist. Zum anderen schwindet zunehmend die Fußmuskulatur durch die schwächer werdenden Nervensignale. Dies spiegelt sich dann in Fehlstellungen wie Hammer- und Krallenzehen oder einem Hallux Valgus (Ballenzeh) wider. Es entstehen schmerzhafte und schlecht heilende Druckstellen und Blasen.

Die richtige Fußpflege – Das hilft den geschädigten Nerven

Vor dem Hintergrund der Diabeteserkrankung trägt eine möglichst gute Blutzuckereinstellung durch ausgewogene, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung dazu bei, die Nervenschädigungen zu lindern. Von sogenannten Nervengiften wie Alkohol und Nikotin sollte man die Finger lassen. Auch das für die Nervenfunktion sehr wichtige Vitamin B1 kann helfen. Es wird bei Diabeteserkrankten vermehrt über die Nieren ausgeschieden. Wird dieser Mangel ausgeglichen, trägt dies deutlich zur Linderung der Schmerzen am Fuß bei. Neben dem Vitamin B1 können auch bestimmte Antioxidantien wie Alpha-Liponsäure einen positiven Einfluss auf Neuropathie-Beschwerden haben. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann der Arzt verschreibungspflichtige Medikamente verordnen. Diese wirken jedoch nicht ursächlich, sondern betäuben nur den Schmerz und gehen nicht selten mit Nebenwirkungen daher.

Grundsätzlich ist es wichtig, die empfindlichen Füße täglich zu kontrollieren, liebevoll zu pflegen und auf geeignetes Schuhwerk zu achten.

„Zögern Sie nicht, bei Auffälligkeiten an den Füßen rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen“ rät auch der Arzt Gidon Bönhof aus Düsseldorf: „Je eher, umso besser lassen sich Nervenschäden aufhalten, Symptome lindern und die Füße gesund erhalten“, so Bönhof

Informative Videos mit Tipps zum Thema Neuropathie finden Sie zum Beispiel auf der Website der Nationalen Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie (www.hoerensieaufihrefuesse.de).

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