Diabetes: Merkblatt für Lehrer und Betreuer

20. September 2018
Diabetes: Merkblatt für Lehrer und Betreuer

Wenn ein Kind Diabetes hat, kann es ganz normal am Spielbetrieb im Kindergarten, am Unterricht in der Schule, an sportlichen Aktivitäten im Verein oder an Ausflügen mit Freizeitgruppen teilnehmen. Es gibt allerdings einiges, was Lehrer und Betreuer über Diabetes wissen sollten, damit sie erste Anzeichen einer Über- oder Unterzuckerung rechtzeitig erkennen und im Zweifelsfall helfen oder den Notarzt alarmieren können. Ein spezieller Kurs sowie ein Gespräch mit den Eltern und dem behandelnden Arzt des Kindes sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Kompaktes Merkblatt Diabetes für Lehrer und Betreuer

Damit Lehrer und Betreuer auch unterwegs oder im Spiel- beziehungsweise Klassenzimmer immer mal wieder kurz ihr Wissen auffrischen oder bei Unsicherheiten nachschlagen können, was bei diabetischen Kindern zu beachten ist, hat die Deutsche Diabetes-Hilfe ein Merkblatt für Lehrerinnen und Lehrer sowie für Erzieherinnen und Erzieher herausgebracht, in dem erklärt wird, was bei Essen und Trinken, im Sportunterricht oder auf Klassenfahrten wichtig ist, wie Insulin wirkt – und auch, wie die Klassenkameraden Diabetes verstehen lernen. Hier ein Auszug der wichtigsten Verhaltensregeln:

Hilfe bei Unterzuckerung

Beobachten Lehrkraft oder Betreuer die typischen Unterzuckerungsanzeichen (Schwitzen, Blässe, Zittern, Heißhunger etc.) muss er oder sie das Kind liebevoll auffordern etwas Zuckerhaltiges zu essen oder zu trinken (z.B. Traubenzucker oder Limonade). Wird der kleine Patient bewusstlos, muss die Aufsichtsperson den Notarzt rufen.

Mobbing verhindern

Wenn die Klassen- oder Gruppenkameraden verstehen, was Diabetes ist, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihre Unsicherheit im Umgang mit dem jungen Diabetes-Patienten mit Sticheleien und Gemeinheiten überspielen. Lehrer und Betreuer sollten den Altersgenossen klarmachen, dass das Kind seinen Blutzucker messen muss, damit es ihm gut geht, dass sich Kinder mit Diabetes manchmal wackelig fühlen und die anderen in solchen Fällen der Aufsichtsperson Bescheid sagen sollen. Den Altersgenossen muss bewusst sein, dass niemand etwas dafür kann, dass der Körper einen ganz wichtigen Stoff, das Insulin, nicht mehr produziert, es dem Kind aber ganz normal geht, wenn es sich das Insulin spritzt.

Teilen ist nett, aber …

Je jünger das Kind, desto schlechter kann es für gewöhnlich die Wirkung unterschiedlicher Lebensmittel auf den Blutzucker einschätzen. Lehrer und Betreuer sollten deshalb darauf achten, dass das Kind nur das von zuhause mitgebrachte Essen verzehrt und den Kameradinnen und Kameraden in Schule, Kindergarten oder Freizeitgruppe erklären, dass es zwar nett ist, wenn sie tauschen oder teilen möchten, es in diesem Fall aber ihrem Freund oder ihrer Freund dadurch schlecht gehen könnte.

So macht Sportunterricht Spaß

Kinder mit Diabetes sind für gewöhnlich uneingeschränkt leistungsfähig. Allerdings kann durch körperliche Aktivität der Blutzuckerspiegel sinken. Lehrer oder Betreuer sollten deshalb möglichst immer ein Päckchen Traubenzucker dabeihaben, um bei Unterzucker schnell gegensteuern zu können. Sie sollten außerdem mit den Eltern besprechen, ob das Kind vor dem Sport oder Toben den Blutzucker messen und bei welchen Werten es vorher nochmals etwas essen soll und darauf achten, dass es dies auch tut.

Sorgenfreie Klassenfahrten und Ausflüge

Lehrkräfte und Betreuer sollten sich bei den Eltern kundig machen, wie selbstständig das Kind seinen Blutzucker bestimmen und die Insulindosis anpassen kann. Bei kleinen Kindern und auf Mehrtagesfahrten ist es ratsam, wenn ein Elternteil mitfährt. Eventuell übernimmt sogar der Schulträger die Kosten. Ist das Kind schon älter und selbstständiger, sollten Lehrer und Betreuer dennoch sicherstellen, dass ihr Schützling täglichen Telefonkontakt zu seinen Eltern haben kann, damit sie ihm bei eventuellen Unsicherheiten helfen können. Als Aufsichtsperson sollten Betreuer, Erzieher und Lehrer zudem darauf achten, dass und was das Kind isst und ob es seinen Blutzucker regelmäßig kontrolliert.

Quelle:

  • Deutsche Diabetes-Hilfe: Für Erzieher und Lehrer: Was in Kindergarten und Schule beachtet werden sollte; www.diabetesde.org