Diabetes-Diagnose in Zeiten von Corona – Was Betroffene wissen müssen

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30. April 2020
Diabetes-Diagnose in Zeiten von Corona – Was Betroffene wissen müssen

In der aktuellen Situation scheuen sich viele mit Krankheitssymptomen einen Arzt aufzusuchen – aus Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus. So besteht eine erhöhte Gefahr, dass schwerwiegende Erkrankungen wie etwa Diabetes Typ 1 nicht diagnostiziert und behandelt werden können.

Bei Diabetes-Symptomen unbedingt zum Arzt

Bei Warnzeichen wie starkem Durst, häufigem Harndrang, Gewichtsverlust und Abgeschlagenheit sollte sofort ein Arzt kontaktiert werden, da eine Verzögerung der Behandlung lebensbedrohliche Folgen haben kann – insbesondere für Kinder. Doch aktuell ist die Angst sich beim Arzt- oder Krankenhausbesuch mit dem Corona-Virus zu infizieren, bei vielen Betroffenen höher.

Wer zu lange wartet, riskiert allerdings an Krankheitssymptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder gar Bewusstlosigkeit zu leiden. Treten diese Symptome auf, droht eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung, welche Ketoazidose genannt wird. Hier besteht die Gefahr ins diabetische Koma zu fallen. Betroffene sollten also nicht zögern und sich schnellstmöglich mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen oder im Krankenhaus vorstellig werden.

Zur Ersteinstellung ist ein Besuch im Krankenhaus unabdingbar

Ist die Diagnose Diabetes Typ 1 gestellt, steht die Behandlung bei akuten Problemen und Notfällen an erster Stelle – auch während der Pandemie. Bei einer frühzeitigen Diagnose und ohne komplizierten Krankheitsverlauf kann der Patient häufig ambulant behandelt werden. Bei komplizierten Fällen ist ein Krankenhausaufenthalt nötig. Hierfür stehen diabetologische Schwerpunktpraxen und Klinikambulanzen bereit, die auch während der Pandemie Ersteinstelllungen und Einzelschulungen anbieten.

Nachsorge

Nach dem Einstellen des Blutzuckers sollten Betroffene so schnell wie möglich lernen ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. Häufig kreisen viele Fragen im Kopf:

Videosprechstunden stellen eine gute Alternative zur Besprechung der Nachsorge dar. (iStock)
Videosprechstunden stellen eine gute Alternative zur Besprechung der Nachsorge dar. (iStock)

Hier bieten Schulungen angeboten durch Ärzte, Diabetes- und Ernährungsberatern, Psychologogen und Sozialarbeitern fundierte Antworten. Termine bei diabetologischen Schwerpunktpraxen sind aktuell allerdings durch die Kontaktbeschränkungen schwer wahrzunehmen. Alternativ bieten heute schon viele Praxen Videosprechstunden an. Um eine individuelle Beratung zu garantieren und eine regelmäßige Kontrolle nach der Ersteinstellung zu gewährleisten, bieten Praxen die Möglichkeit die Messwerte über eine Cloud an die Praxis zu schicken und diese anschließend in einem Video Chat mit dem Patienten zu besprechen. Zudem werden weitere Möglichkeiten gesucht, um auch in Zeiten von Corona Gruppenberatungen etc. anzubieten. Hier sollte jeder Einzelne sich bei seinem eigenem Diabetes Team nach konkreten Lösungen erkundigen, da die Maßnahmen individuell getroffen werden.


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