WHO-Bericht: Menschen in Europa bewegen sich zu wenig

8. Januar 2021
WHO-Bericht: Menschen in Europa bewegen sich zu wenig

In Corona-Zeiten ist es schwer, sich fit zu halten: Fitness- und Sportvereine mussten im Zuge des Lockdowns schließen. Und aufgrund der kalten Temperaturen ziehen viele die Couch im Warmen einer Joggingrunde um den Block vor. Der neuste Bericht der WHO zeigt nun: In Europa herrscht derzeit vor allem bei Jugendlichen ein Bewegungsmangel.

 „Wir müssen uns alle jeden Tag bewegen, auf sichere und kreative Weise“, sagt Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Anlass ist der neueste Bericht zur körperlichen Aktivität in Europa, der inmitten des in vielen Ländern geltenden Corona-Lockdowns fällt. Demnach bewegen sich 25 Prozent der Erwachsenen zu wenig. Unter europäischen Jugendlichen ist das Problem noch drastischer: Bei 80 Prozent liegt dem Bericht zufolge ein Bewegungsmangel vor.

WHO-Empfehlungen für körperliche Aktivität

Zu wenig Bewegung – was bedeutet das? Die neuen Richtlinien der WHO zu körperlichen Aktivitäten können hierbei eine Orientierung bieten. So sollen sich Erwachsene mindestens zwei bis fünf Stunden die Woche bewegen. Das sind etwa 20 Minuten am Tag. Auch für ältere Menschen über 65, chronische Erkrankte und Menschen mit Behinderungen wird diese Empfehlung ausgesprochen.

Doch Spazieren, Fahrradfahren und Ausdauersportarten allein reichen nicht aus. Ebenso wichtig sind Trainings zum Erhalt der Muskelmasse. Mindestens zweimal wöchentlich sollten Erwachsene ein Muskeltraining absolvieren, rät die WHO. Einer im Fachmagazin PLOS ONE veröffentlichte Studie zufolge trifft dies allerdings nur auf einen von fünf in Europa lebenden Menschen zu.

Weitaus mehr als Erwachsene sollen sich laut der WHO Kinder und Jugendlichen bewegen: 60 Minuten körperliche Aktivität am Tag und drei intensive Trainingseinheiten in der Woche sollten es idealerweise sein.  

Regelmäßige Bewegung verhindert Erkrankungen und frühzeitigen Tod

Wie wichtig Bewegung für die Gesundheit ist, spiegelt sich auf negative Weise in den Statistiken wider. Die WHO schätzt, dass weltweit fünf Millionen vorzeitige Todesfälle durch mehr Bewegung verhindert werden können – und das jedes Jahr. Zu wenig körperliche Aktivität kann zu einer Vielzahl von Erkrankungen führen, die die Gesundheitssysteme über 50 Milliarden Euro im Jahr kosten, so die WHO.

Zu den häufigsten Folgen eines Bewegungsmangels zählen vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, die meist auf Übergewicht und Gefäßablagerungen zurückgehen. Hingegen lassen sich depressive Symptome mindern, die Gedächtnisleistung verbessern und dem Abbau von kognitiven Fähigkeiten im Alter entgegenwirken, wenn man sich ausreichend bewegt.


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