Arztcheckliste für Diabetiker

Arztcheckliste für Diabetiker

Bei Diabetes mellitus ist nicht nur die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse gestört (Diabetes Typ 2) oder nicht vorhanden (Diabetes Typ 1). Die Krankheit kann auch schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Sowohl Diabetes selbst als auch die möglichen Komplikationen lassen sich aber kontrollieren – wenn sie frühzeitig erkannt und entsprechend therapiert werden.

Für Diabetes-Patienten ist es deshalb wichtig, zu allen vorgesehenen Kontrolluntersuchungen zu gehen. Es reicht nämlich nicht, lediglich die Blutzuckerwerte zu kontrollieren. Allerdings ist den wenigsten Betroffenen bewusst, welche Untersuchungen zudem notwendig und sinnvoll für ein möglichst beschwerdefreies, langes Leben sind. So lässt Experten zufolge nur jeder zehnte Diabetes-Patient regelmäßig seine Nierenfunktion testen, obwohl die Filterfunktion des Organs durch zu hohen Blutzucker gestört werden kann. Auch eine Augenuntersuchung haben die meisten nicht auf dem Zettel und riskieren so Sehprobleme bis hin zur Erblindung.

Als Diabetiker ist es umso wichtiger, regelmäßig einen Arzt aufzusuchen, um sich untersuchen zu lassen
Als Diabetiker ist es umso wichtiger, regelmäßig einen Arzt aufzusuchen, um sich untersuchen zu lassen

Arztcheckliste: diese Untersuchungen sind bei Diabetes wichtig

Es ist deshalb wichtig, als Betroffener zu wissen, welche Checks der Arzt wie oft durchführen sollte – unabhängig davon, ob schon Symptome aufgetreten sind oder nicht. Diese Arztcheckliste für Diabetiker führt die wichtigsten Kontrollen auf:

Anamnese:

Zunächst einmal sollte der behandelnde Arzt sich mit Ihnen unterhalten und einige Fragen stellen, um sich zum Beispiel ein Bild vom Ist-Zustand zu machen, den Erfolg der bisherigen Therapie einzuschätzen und Hinweise auf eventuelle Komplikationen zu erhalten.

Blutzuckereinstellung kontrollieren:

Ein wichtiger Wert, um die Blutzuckereinstellung über die vergangenen zwei oder drei Monate hinweg zu überprüfen, ist der HbA1c, der Langzeitblutzuckerwert. Entsprechend sollte ihn der Arzt ungefähr alle zwölf Wochen via Blutabnahme kontrollieren. Führt diesen Check Ihr Hausarzt durch wird er Sie, falls die individuellen Zielwerte nicht erreicht werden, an einen spezialisierten Facharzt (Diabetologe) überweisen. Die Werte sollten bei Diabetes Typ 2 zwischen 6 und 7,5 Prozent liegen.

Blutfettwerte bestimmen und Blutdruck messen:

Chronisch zu hohe Blutzuckerwerte können die Gefäße schädigen. Sie begünstigen die umgangssprachlich auch Gefäßverkalkung genannte Arteriosklerose, die den Durchmesser der Gefäße bis hin zum Verschluss verringern kann. Dies, ebenso wie erhöhter Druck in den Arterien, können das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Die Blutfettwerte sollten Sie einmal jährlich überprüfen lassen. Eventuell ist auch einmal pro Jahr ein EKG sinnvoll, mittels dessen Durchblutungsstörungen am Herzen erkennbar werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Um Durchblutungsstörungen in den Arterien frühzeitig zu bemerken, sollte der Hausarzt den Blutdruck optimalerweise viertel- bis halbjährlich erfassen.

Damit er das individuelle Risiko für die Gefäße einschätzen kann, sollte der Arzt zudem Ihr Gewicht und Ihren Taillenumfang bestimmen und abfragen, ob und wie viel Sie rauchen, sich bewegen und ob es in Ihrer Familie Fälle von Herz-Kreislauf-Krankheiten gibt.

Nierenfunktion überprüfen:

Zu viel Zucker im Blut kann die Nieren angreifen und ihre Funktion merklich einschränken. Um zu verhindern, dass sie irgendwann so geschädigt sind, dass eine Dialyse notwendig wird, sollten Sie Ihre Nierenfunktion einmal pro Jahr, zum Beispiel beim Hausarzt, überprüfen lassen. Dies geschieht über einen Bluttest, bei dem der Harnstoff im Blut und der Kreatinwert gemessen werden. Letzterer ist ein am Energiestoffwechsel beteiligter Stoff, der normalerweise über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird. Ist der Wert erhöht, deutet das darauf hin, dass die Nieren eingeschränkt arbeiten.

Urin testen:

Auch ein Urintest kann auf einen Nierenschaden hinweisen beziehungsweise darauf, ob die kleinen Gefäße dort noch in Ordnung sind. Bei Bedarf sollten Sie ihn einmal pro Jahr machen lassen. Mittels dieses Tests überprüft der Arzt, ob sich das Eiweiß Albumin im Urin findet. Sind die Nieren geschädigt, lassen sie solch kleine Proteine nämlich „durchrutschen“.

Füße inspizieren:

Erhöhte Blutzuckerwerte können Gefäße und Nerven schädigen. Dadurch ist oft die Schweißproduktion verringert, was die Haut an den Füßen trocken, rissig und verletzungsanfällig macht. Da die (Schmerz)Empfindlichkeit bei Diabetes-Patienten häufig verringert ist, bemerken sie Druckstellen und Fehlbelastungen nicht, was Verletzungen von kleinen Hautschäden bis hin zum Geschwür (diabetischer Fuß) verursachen und im schlimmsten Fall eine Amputation notwendig machen kann.

Der Arzt sollte sich deshalb die Füße von Diabetes-Patienten mindestens einmal jährlich genau ansehen und auf Druckstellen und Wunden untersuchen sowie die Sensibilität testen. Achtung: Überprüfen Sie selbst Ihre Füße regelmäßig und gewissenhaft und melden Sie sich sofort bei Ihrem Arzt, wenn Sie Auffälligkeiten entdecken.

Augen untersuchen:

Diabetes kann die Netzhaut und die Augennerven schädigen. Damit Sie nicht doppelt, verschwommen oder schlechter sehen, sollte ein Augenarzt einmal pro Jahr die Netzhaut und den Sehnerv untersuchen. Dies geschieht normalerweise über eine Augenspiegelung.

Sprechen Sie Ihren Arzt ruhig aktiv auf bestimmte Kontrollen an oder drucken Sie sich eine Checkliste aus dem Internet aus und gehen Sie sie mit dem behandelnden Arzt durch. Ein Tipp, damit die Untersuchung geschmeidig verläuft: Erkundigen Sie sich vorher in der Praxis, ob Sie etwas mitbringen sollen (Gesundheitspass, Insulinpen, Blutzuckertagebuch etc.).

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Quellen: